Nach der Brandkatastrophe 1902, die das gesamte Quartier vernichtet hatte, übernahmen die Gebrüder Randel die Brandstelle von dem Kaufmann Max Foerster. Sie führten in Greiz ein Baugeschäft und schufen vermutlich das aufwendig gestaltete Wohn- und Geschäftshaus. Die Fassade präsentiert sich mit einem asymmetrischen Gesamteindruck, weist aber immer wieder Symmetrien in der Einzelform auf. An der Marktstraße betont ein mehrgeschossiger Erker die Gebäudemitte und ist dem großen geschweiften Zwerchgiebel unsymmetrisch vorgelagert. Der Hauptgiebel ist mit floralen Ornamenten ausgefüllt. Von dort oben erstrahlt eine Sonne und vermittelt Zuversicht auf eine lichte Zukunft. Gestalterisch bildet der ausdrucksstarke Erker den Schwerpunkt dieser Schauseite. Von schwungvollen Blattmotiven und wellenförmigen Linien umrankte Frauengesichter prägen die Brüstungsfelder. Historische Fotos belegen, dass an der Fassade zur Thomasstraße viel mehr Stuckornamente vorhanden waren. Erhalten geblieben ist der mit Pflanzen und Blüten verzierte Erker. Unterhalb des Sohlbankgesimses vermischen sich florale mit faunistischen Motiven.