Am Ende des Krieges flieht die Mutter mit den Kindern in den Schwarzwald. Dort beginnt der Roman mit einem surrealen Traum, in dem der Erzähler dem erwachsenen König Charles III in der bürgerlichen Wohnung seiner Kindheit begegnet – ein Besuch, der übergangslos in detailreiche Schilderungen von Familienalltag und Nachkriegskultur mündet.
Und dieser Alltag ist nicht ohne Tücken: Offiziell Hans Wolfgang, wird der Erzähler in Familie und Dorf nur »Seppel« genannt. Wie soll er sich da angesprochen fühlen, als am ersten Tag in der weiterführenden Schule ein Hans Wolfgang aufgerufen wird? Gerade mal fünf Jahre alt, erlebt er die innige Liebe zu einem Flüchtlingskind. Das fremde Mädchen ist in seinem Dorf aufgetaucht. Er ist überzeugt, dass sie es ist, die schon immer zu ihm gehört hat. Aber dann ist sie so plötzlich verschwunden, wie sie gekommen ist. Trennung – der erste schwere Schmerz muss ertragen werden. Viele Jahre vergehen bis zur nächsten Liebe, auch diese durchaus verhängnisvoll.
Hans Wolfgang Kölmel führt uns mit feinem Humor, scharfem Blick und großer Wärme durch die Landschaften seiner Erinnerung – von den Wirren des Zweiten Weltkriegs über die Absurditäten der Nachkriegsjahre bis hin zu den winzigen, köstlichen Triumphen eines seltenen Fischstäbchentags. So entsteht ein lebendiges Panorama aus Familienanekdoten, Alltagsbeobachtungen und historischen Momenten.
Hans Wolfgang Kölmel, geboren 1944, wuchs mit seinen vier Brüdern im Mittelbadischen auf. Nach dem Studium der Medizin in Heidelberg, Göttingen und München habilitierte er im Fach Neurologie. Er war Professor für Neurologie am Klinikum Charlottenburg und von Mai 1991 bis September 1993 an der Charité. Danach wechselte er an die Medizinische Hochschule Erfurt, später ans Klinikum Erfurt. Er lebt und arbeitet seitdem in Erfurt.
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