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Properties

Property Value
rdfs:label @de Die Kuttelgasse und das Gerberviertel Mühlhausen- Text Infostele lang
rdfs:label @fr La Kuttelgasse et le quartier des tanneurs de Mulhouse- Texte Infostele long
rdfs:label @en The Kuttelgasse and the Gerberviertel Mühlhausen- Text Infostele long
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Property Value
schema:value @de <p>Ein ganzes Stadtviertel Mühlhausens wurde durch die Innung der Gerber geprägt. Das ehemalige Innungshaus ist genauso erhalten wie einige der ehemaligen Gerberhäuser mit ihrem hohen offenen Dachboden und kleinen Wasserläufen entlang der Straßen. Die Lohgerber sind eine der ältesten Innungen der Stadt und prägten deren Geschickte seit der Innungsgründung im 13. Jahrhundert bis weit über die Industrialisierung hinaus. Mit einer Eisentruhe der Renaissancezeit überließ die Gerberinnung dem Stadtarchiv Mühlhausen nicht nur ihre Innungslade, sondern zugleich deren gesamten Inhalt. Darunter befanden sich Urkunden und sonstige Dokumente aus der Zeit von 1297 bis 1889. Die Präsenz der bedeutenden Gerberinnung spiegelt sich somit in Gebäuden, Artefakten und Dokumenten in der Überlieferung nieder.</p><p>Die Gerberinnung ist seit frühestens 1297 in Mühlhausen nachweisbar. In einer Urkunde vom 23. Oktober erteilt der Rat den Gerbern, Schuhmachern und Sattlern das Privileg, dass niemand außer ihnen rohe Häute, sogenanntes Rauchwerk, kaufen darf. Es handelt sich dabei um die älteste Urkunde einer Mühlhäuser Handwerkszunft im Bestand des Mühlhäuser Stadtarchivs. Im Jahr 1565 entstand die erste Zunftordnung.</p><p>Die Gerberinnung steht stellvertretend für einen großen Anteil textilverarbeitender Handwerke im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mühlhausen. Mehr als die Hälfte aller Mühlhäuser Handwerker stellte Textilien, Bekleidung und Leder her oder veredelte diese. Sie waren 1599 mit 39 Lohgerbern die sechstgrößte Zunft der Stadt. Mit der Übergabe Mühlhausens an Preußen im Jahr 1802 und der anschließenden Verwaltung durch das Königreich Westfalen wurden zum 1. Januar 1809 auch in Mühlhausen sämtliche Zunftzwänge aufgelöst und als freie Genossenschaften fortgeführt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich die Gerber in einer Vereinigung der Lederfabrikanten und Gerbereibesitzer, die sich 1900 für eine Übergabe ihrer historischen Dokumente an das Stadtarchiv Mühlhausen entschied.</p><p>Eine enge Verbundenheit bestand zur Fleischerinnung, deren Nähe man für die Verarbeitung der Häute geschlachteter Tiere suchte. Sie werden vor allem in den bis heute erhaltenen Straßennamen des Viertels deutlich. Die Kuttelgasse etwa wurde erstmalig 1376 erwähnt und hat ihren Namen wohl von den <em>kottil</em>, den essbaren Eingeweiden des kleineren Schlachtviehs. Straßennamen wie die „Borngasse“ (<em>Born</em> = Brunnen) und „Auf dem Damme“ weisen noch heute auf die wasserreiche Gegend und die hohe Dichte der Fleischer und Gerber in diesem Viertel hin.</p>
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Property Value
schema:value @en <p>A whole quarter of Mühlhausen was characterised by the tanner’s trade. The former guildhall is well preserved, as are some of the former tannery buildings with the high, open attics and small streams running alongside the streets and alleys. The tanners were among the oldest guilds in town and shaped its history since their founding in the 13th century until late into the industrial age. In the late 19th century the tanners’ guild handed over its Renaissance-period iron guild chest to the city archive. It contained certificates and other official documents from the period from 1297 to 1889. Thus the presence of the tanners’ guild is reflected in buildings, artefacts and documents.</p><p>The existence of the tanners’ guild in Mühlhausen dates back at least to the year 1297. In a document from 23 October that year the city council granted the tanners, shoemakers and saddlers the privilege to buy raw hides and furs. It is the oldest document of a craft guild existing in the city archive. The first guild charter is dated to the year 1565.</p><p>The tanners’ guild is a typical example of the textile trades during the late medieval and early modern period. More than half of the city’s craftsmen produced textiles, clothing and leather goods. In 1599 there were 39 registered tanners, making them the sixth largest guild in town. In 1802 Mühlhausen was integrated into Prussia and subsequently came under the administration of the kingdom of Westphalia. As a consequence, on 1 January 1809 all of Mühlhausen’s guilds were abolished and transformed into free cooperatives. Until the end of the 19th century the tanners were organised in the Leather Workers’ and Tannery Owners’ Federation, which in 1900 decided to hand over its historical documents to the city archive.</p><p>Historically there was a close connection with the butchers’ guild from which the tanners received the raw hides. This is evidenced in the street names found in the quarter, many of which have remained unchanged to the present day. The <em>Kuttelgasse</em> (“tripe alley”) for instance was first mentioned in 1376 and is presumably named after <em>kottil, </em>edible innards of smaller meat animals. Street designations such as <em>Borngasse</em> (“well alley”) and <em>Auf dem Damme</em> continue to remind us that this was a water-rich district where many butchers and tanners pursued their craft.</p>
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Property Value
schema:value @fr <p>Tout un quartier de Mulhouse a été marqué par la corporation des tanneurs. L'ancienne maison de la corporation est conservée, tout comme certaines des anciennes maisons des tanneurs, avec leur haut grenier ouvert et leurs petits cours d'eau le long des rues. Les tanneurs sont l'une des plus anciennes corporations de la ville et ont marqué son destin depuis la création de la corporation au 13e siècle jusqu'à bien au-delà de l'industrialisation. Avec un coffre en fer de l'époque de la Renaissance, la corporation des tanneurs a cédé aux archives municipales de Mulhouse non seulement son coffre de corporation, mais aussi tout son contenu. La présence de l'importante corporation des tanneurs se reflète ainsi dans les bâtiments, les artefacts et les documents conservés.</p><p>La corporation des tanneurs est attestée à Mulhouse depuis 1297 au plus tôt. Dans un document daté du 23 octobre, le conseil accorde aux tanneurs, aux cordonniers et aux selliers le privilège que personne d'autre qu'eux ne puisse acheter des peaux brutes, appelées "fumées". Il s'agit du plus ancien document d'une corporation artisanale de Mühlhausen dans les archives de la ville de Mühlhausen. Le premier règlement de la corporation date de 1565.</p><p>La corporation des tanneurs est représentative d'une grande partie des métiers de transformation des textiles à la fin du Moyen Âge et au début de l'époque moderne à Mulhouse. Plus de la moitié des artisans de Mulhouse fabriquaient des textiles, des vêtements et du cuir ou les transformaient. En 1599, avec 39 tanneurs, ils constituaient la sixième plus grande corporation de la ville. Avec la cession de Mulhouse à la Prusse en 1802 et l'administration qui s'ensuivit par le royaume de Westphalie, toutes les contraintes liées aux corporations furent également supprimées à Mulhouse au 1er janvier 1809 et poursuivies sous forme de coopératives libres. Jusqu'à la fin du XIXe siècle, les tanneurs s'organisèrent en une association des fabricants de cuir et des propriétaires de tanneries, qui décida en 1900 de confier ses documents historiques aux archives municipales de Mulhouse.</p><p>Un lien étroit existait avec la corporation des bouchers, dont on recherchait la proximité pour le traitement des peaux d'animaux abattus. Les noms des rues du quartier, qui ont été conservés jusqu'à aujourd'hui, en témoignent. La Kuttelgasse, par exemple, est mentionnée pour la première fois en 1376 et doit son nom aux <em>kottil</em>, les entrailles comestibles des petits animaux de boucherie. Des noms de rue comme "Borngasse"<em>(Born</em> = fontaine) et "Auf dem Damme" indiquent encore aujourd'hui la région riche en eau et la forte densité de bouchers et de tanneurs dans ce quartier.</p>
schema:articleBody @de Ein ganzes Stadtviertel Mühlhausens wurde durch die Innung der Gerber geprägt. Das ehemalige Innungshaus ist genauso erhalten wie einige der ehemaligen Gerberhäuser mit ihrem hohen offenen Dachboden und kleinen Wasserläufen entlang der Straßen. Die Lohgerber sind eine der ältesten Innungen der Stadt und prägten deren Geschickte seit der Innungsgründung im 13. Jahrhundert bis weit über die Industrialisierung hinaus. Mit einer Eisentruhe der Renaissancezeit überließ die Gerberinnung dem Stadtarchiv Mühlhausen nicht nur ihre Innungslade, sondern zugleich deren gesamten Inhalt. Darunter befanden sich Urkunden und sonstige Dokumente aus der Zeit von 1297 bis 1889. Die Präsenz der bedeutenden Gerberinnung spiegelt sich somit in Gebäuden, Artefakten und Dokumenten in der Überlieferung nieder. Die Gerberinnung ist seit frühestens 1297 in Mühlhausen nachweisbar. In einer Urkunde vom 23. Oktober erteilt der Rat den Gerbern, Schuhmachern und Sattlern das Privileg, dass niemand außer ihnen rohe Häute, sogenanntes Rauchwerk, kaufen darf. Es handelt sich dabei um die älteste Urkunde einer Mühlhäuser Handwerkszunft im Bestand des Mühlhäuser Stadtarchivs. Im Jahr 1565 entstand die erste Zunftordnung. Die Gerberinnung steht stellvertretend für einen großen Anteil textilverarbeitender Handwerke im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mühlhausen. Mehr als die Hälfte aller Mühlhäuser Handwerker stellte Textilien, Bekleidung und Leder her oder veredelte diese. Sie waren 1599 mit 39 Lohgerbern die sechstgrößte Zunft der Stadt. Mit der Übergabe Mühlhausens an Preußen im Jahr 1802 und der anschließenden Verwaltung durch das Königreich Westfalen wurden zum 1. Januar 1809 auch in Mühlhausen sämtliche Zunftzwänge aufgelöst und als freie Genossenschaften fortgeführt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich die Gerber in einer Vereinigung der Lederfabrikanten und Gerbereibesitzer, die sich 1900 für eine Übergabe ihrer historischen Dokumente an das Stadtarchiv Mühlhausen entschied. Eine enge Verbundenheit bestand zur Fleischerinnung, deren Nähe man für die Verarbeitung der Häute geschlachteter Tiere suchte. Sie werden vor allem in den bis heute erhaltenen Straßennamen des Viertels deutlich. Die Kuttelgasse etwa wurde erstmalig 1376 erwähnt und hat ihren Namen wohl von den kottil, den essbaren Eingeweiden des kleineren Schlachtviehs. Straßennamen wie die „Borngasse“ ( Born = Brunnen) und „Auf dem Damme“ weisen noch heute auf die wasserreiche Gegend und die hohe Dichte der Fleischer und Gerber in diesem Viertel hin.
schema:articleBody @fr Tout un quartier de Mulhouse a été marqué par la corporation des tanneurs. L'ancienne maison de la corporation est conservée, tout comme certaines des anciennes maisons des tanneurs, avec leur haut grenier ouvert et leurs petits cours d'eau le long des rues. Les tanneurs sont l'une des plus anciennes corporations de la ville et ont marqué son destin depuis la création de la corporation au 13e siècle jusqu'à bien au-delà de l'industrialisation. Avec un coffre en fer de l'époque de la Renaissance, la corporation des tanneurs a cédé aux archives municipales de Mulhouse non seulement son coffre de corporation, mais aussi tout son contenu. La présence de l'importante corporation des tanneurs se reflète ainsi dans les bâtiments, les artefacts et les documents conservés. La corporation des tanneurs est attestée à Mulhouse depuis 1297 au plus tôt. Dans un document daté du 23 octobre, le conseil accorde aux tanneurs, aux cordonniers et aux selliers le privilège que personne d'autre qu'eux ne puisse acheter des peaux brutes, appelées "fumées". Il s'agit du plus ancien document d'une corporation artisanale de Mühlhausen dans les archives de la ville de Mühlhausen. Le premier règlement de la corporation date de 1565. La corporation des tanneurs est représentative d'une grande partie des métiers de transformation des textiles à la fin du Moyen Âge et au début de l'époque moderne à Mulhouse. Plus de la moitié des artisans de Mulhouse fabriquaient des textiles, des vêtements et du cuir ou les transformaient. En 1599, avec 39 tanneurs, ils constituaient la sixième plus grande corporation de la ville. Avec la cession de Mulhouse à la Prusse en 1802 et l'administration qui s'ensuivit par le royaume de Westphalie, toutes les contraintes liées aux corporations furent également supprimées à Mulhouse au 1er janvier 1809 et poursuivies sous forme de coopératives libres. Jusqu'à la fin du XIXe siècle, les tanneurs s'organisèrent en une association des fabricants de cuir et des propriétaires de tanneries, qui décida en 1900 de confier ses documents historiques aux archives municipales de Mulhouse. Un lien étroit existait avec la corporation des bouchers, dont on recherchait la proximité pour le traitement des peaux d'animaux abattus. Les noms des rues du quartier, qui ont été conservés jusqu'à aujourd'hui, en témoignent. La Kuttelgasse, par exemple, est mentionnée pour la première fois en 1376 et doit son nom aux kottil, les entrailles comestibles des petits animaux de boucherie. Des noms de rue comme "Borngasse" (Born = fontaine) et "Auf dem Damme" indiquent encore aujourd'hui la région riche en eau et la forte densité de bouchers et de tanneurs dans ce quartier.
schema:articleBody @en A whole quarter of Mühlhausen was characterised by the tanner’s trade. The former guildhall is well preserved, as are some of the former tannery buildings with the high, open attics and small streams running alongside the streets and alleys. The tanners were among the oldest guilds in town and shaped its history since their founding in the 13th century until late into the industrial age. In the late 19th century the tanners’ guild handed over its Renaissance-period iron guild chest to the city archive. It contained certificates and other official documents from the period from 1297 to 1889. Thus the presence of the tanners’ guild is reflected in buildings, artefacts and documents. The existence of the tanners’ guild in Mühlhausen dates back at least to the year 1297. In a document from 23 October that year the city council granted the tanners, shoemakers and saddlers the privilege to buy raw hides and furs. It is the oldest document of a craft guild existing in the city archive. The first guild charter is dated to the year 1565. The tanners’ guild is a typical example of the textile trades during the late medieval and early modern period. More than half of the city’s craftsmen produced textiles, clothing and leather goods. In 1599 there were 39 registered tanners, making them the sixth largest guild in town. In 1802 Mühlhausen was integrated into Prussia and subsequently came under the administration of the kingdom of Westphalia. As a consequence, on 1 January 1809 all of Mühlhausen’s guilds were abolished and transformed into free cooperatives. Until the end of the 19th century the tanners were organised in the Leather Workers’ and Tannery Owners’ Federation, which in 1900 decided to hand over its historical documents to the city archive. Historically there was a close connection with the butchers’ guild from which the tanners received the raw hides. This is evidenced in the street names found in the quarter, many of which have remained unchanged to the present day. The Kuttelgasse (“tripe alley”) for instance was first mentioned in 1376 and is presumably named after kottil, edible innards of smaller meat animals. Street designations such as Borngasse (“well alley”) and Auf dem Damme continue to remind us that this was a water-rich district where many butchers and tanners pursued their craft.
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