1. Museum Lützen 1632 47 Tote in einem Massengrab – das sind die einzigen Opfer, die bisher von einer der bekanntesten und verlustreichsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges gefunden werden konnten. Sie gehören zu den bis zu 9000 Gefallenen, die 1632 nahe Lützen bei Leipzig ihr Leben ließen – wie auch der schwedische König Gustav II. Adolf, die Lichtgestalt des Protestantismus. Als tonnenschwerer Erdblock gehoben, steht das Grab nun dauerhaft als ausdruckstarkes Antikriegsmonument im Zentrum der Ausstellung des Museum Lützen 1632. Der hervorragend erhaltene und einzigartige Befund bietet dank modernster Untersuchungstechnik die einmalige Chance, die namenlosen Toten aus dem Vergessen zu holen. Das Massengrab von Lützen erzählt somit seine ganz eigene Geschichte: Sie handelt von einer aus Not und Hunger geborenen Armee von Söldnern, über die in Geschichtsbüchern kaum etwas zu finden ist. Das Entsetzen des Dreißigjährigen Krieges erhält hier ein Gesicht. Diese Momentaufnahme des Schreckens ist zugleich ein Mahnmal des Krieges. 2. Gustav-Adolf-Gedenkstätte Auf dem Gelände des Museum Lützen 1632 befindet sich die Gustav-Adolf-Gedenkstätte. Kurz nach der Schlacht wurde an den Sterbeort des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf ein großer Findling gerollt. Über 200 Jahre wurde er zu einem Erinnerungsort, den Menschen aus ganz Europa besuchten. 1837 wurde der »Schwedenstein« mit einem Baldachin nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel bekrönt. In den Jahren 1906/1907 entstand die Gustav-Adolf-Gedächtniskapelle nach nordischem Vorbild. Zwei schwedische Blockhäuser aus Dalarna (1932 und 1982), komplettieren die Gedenkstätte. In einem davon befindet sich eine Ausstellung über das Leben von Gustav II. Adolf und die wechselvolle Geschichte der Gedenkstätte. Der Eintritt erfolgt über das Museum Lützen 1632. 3. Schlachtfeldpfad Der Schlachtfeldpfad führt von der Gustav-Adolf-Gedenkstätte auf sieben Kilometern über Feldwege bis in die Stadt Lützen. Entdecken Sie die neun Standorte der teilnehmenden Heerführer und erfahren Sie via QR-Code und digitaler Tour den Verlauf der Schlacht vom 6. November 1632 an historischen Originalschauplätzen. Der Pfad ist ganzjährg kostenlos begehbar. 4. Tierpark 1962 erfolgte die Einweihung des Tiergeheges, das stetig weiterentwickelt wurde. Knapp 30 Jahre später gründete sich der „Förderverein des Martzschparkes und Tiergehege e.V.“, um den Park und seine Tiere zu erhalten. Heute verfügt der „Tier- und Erlebnispark Karl Louis Martzsch e.V.“ über zahlreiche Attraktionen, die zum Entdecken einladen. In den Gehegen sind einheimische Wildtier- und Haustierarten, von Rotwild bis Minischweinen, untergebracht. Der neue Bauernhof bietet allen Tierliebhabern ein spannendes Portfolio an Spaß und Bildung. Seit 2020 lädt zudem die Backstube „Hollehaus“ zum Genießen ein. In liebevoller Handarbeit hergestellt, bietet es frische Backwaren zum Verkauf und zum Verweilen an. 5. Kletterwald Direkt neben der Gustav-Adolf-Gedenkstätte im Lützener Martzschpark bietet der Kletterwald Lützen Spaß, Abenteuer und Action! An 79 Kletterelementen müssen von der Netzbrücke bis zum Tarzan-Seil die verschiedensten Aufgaben gelöst werden. Auf fünf Parcours mit wachsendem Schwierigkeitsgrad ist nahezu für jeden ein abenteuerliches Freizeitvergnügen geboten. 6. Martzschpark Der Martzschpark entstand dank seinem Namensgeber Karl Louis Martzsch bereits 1902 durch die Gründung einer Stiftung aus einem Viertel seines Vermögens. „Dieser Teil soll zur Verschönerung der Stadt Lützen verwendet werden: ‚Die Stadt Lützen hat großen Mangel an schattigen Spaziergängen. Ich hoffe daher, dass die Stadt als dankbar anerkennen wird, wenn ich ihr Mittel zur Abhilfe dieses Mangels gewähre. Ich wünsche darum, dass meine Erbin einen waldartigen Park anlegt, der den Einwohnern Gelegenheit zu Spaziergängen bietet und ihnen als Erholungsort dient. Als Bedingung setze ich, dass die Anlage in der nächsten Nähe der Stadt Lützen geschaffen wird. Ich darf wohl erwarten, dass die Anlage meinen Namen tragen und [...] dürfen nur die Zinsen verwendet werden und zwar zur Erhaltung der Anlage [...] Was nicht verwand wird, soll zum Kapital geschlagen werden.‘“ Heute grenzt der Martzschpark an das Museum Lützen 1632, die Gustav-Adolf-Gedenkstätte, den Tier- und Erlebnispark Lützen und den Kletterwald Lützen. 7. Sommerbad In den Sommermonaten bietet das Freibad in Lützen großen Badespaß. Seit 1936 erfreut es sich großer Beliebtheit und wirbt mit einem frisch renovierten Edelstahlschwimmbecken, einem Drei-Meter-Sprungturm, einem Ein-Meter-Sprungbrett und dem Schwimm- und Spieleparadies für Kinder. 8. Rathaus Das Rathaus entstand 1885 im Stil der deutschen Frührenaissance mit gotischen Ziermotiven. Zuvor entbrannten lange Debatten um die Kosten und die Größe bis hin zum Rechtsstreit. Der Raumplan, von der Stadt Lützen erstellt, sollte die Unterbringung der Gaststätte „Ratskeller“, die Wohnung der Polizeidiener und drei Gefängniszellen, den Sitzungssaal, das Büro des Bürgermeisters, die Kämmerei und vieles mehr enthalten. Der Vorgängerbau war lange Zeit einsturzgefährdet: „eine starke Erschütterung durch heftigen Sturm [hätte] den Einsturz des sehr desolaten Rathauses hier selbst herbeiführen [können]“. Für die Gebäudeecke an der Einfahrt zum Marktplatz realisierten die Architekten die Aufstellung einer Gustav Adolf Statue. Sie zeigt die enge Verbindung zwischen dem Schwedenkönig und der Stadt Lützen. 1992 folgten umfangreiche Renovierungsarbeiten in und am Gebäude, in dem mittlerweile die gesamte Stadtverwaltung untergebracht ist. 9. Kirche St. Viti 1488 begann die Errichtung der heutigen Stadtkirche Sankt Viti, als Nachfolger eines romanischen Kirchenbaus. Der Namenspatron St. Viti gilt als Schutzheiliger der Jugend und wurde von seinen Gläubigern gegen Epilepsie, Schlangenbiss und Tollwut angerufen. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Kirche unter starken Verwüstungen und Plünderungen. So schrieb der Lützener Chronist Karl Fuchs: „Die Orgel war zerstört, der Altar beraubt, die Kirchenbibliothek und das Kirchenbuch in der Sakristei waren zerrissen und die Gräber im Chor erbrochen und durchwühlt“. Im April 1945 beschädigte eine Fliegerbombe die Kirche erheblich. Sie gehört heute zum Kirchenkreis Merseburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. 10. Schlosspark Der Schlosspark beherbergt in seinem Zentrum das, seit dem 13. Jahrhundert bestehende, Schloss. Einst mit einem Wassergraben umgeben thront es heute inmitten von einem Park mit großen Laubbäumen. Im Sommer lädt er zum Verweilen und Entspannen ein. Das angrenzende Eiscafé macht den Park zu einem idealen Ausflugsziel für Jung und Alt. 11. Museum im Schloss Lützen Das Schloss entstand im 13. Jahrhundert vermutlich als eine mittelalterliche Zollburg. Sie sollte die vorbeiführenden Handelswege kontrollieren und das Gebiet um Lützen überwachen. Nach den Umbaumaßnahmen zum Schloss im 16. Jahrhundert diente es Wallenstein vor der Schlacht bei Lützen 1632 als Hauptquartier. Die dadurch entstandenen Schäden konnten bis zum barocken Umbau von 1687 weitestgehend behoben werden. Anschließend wechselte es mehrmals den Besitzer und Nutzungszeck. Am 8. Juli 1928 wurde das Heimatmuseum gegründet, welches sich zunächst in wenigen Räumen einfand. Nachdem wenige Räume auch für den Schulunterricht verwendet wurden, ist es heute gänzlich für den Museumsbetrieb gedacht. Neben dem Dreißigjährigen Krieg und der Schlacht bei Lützen 1632 widmet sich die Ausstellung der Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813, in der Napoleon einem preußisch-russischen Heer gegenüberstand. Zwei beeindruckende Großdioramen erzählen davon. Zudem widmet sich die Ausstellung auch einem kleinen Teil der Stadtgeschichte - von Friedrich dem Großen bis hin zum Sammler Lützener Geschichte Oskar Planer.
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